| Argumente für eine Rahmenordnung für Bachelor/Master-Studiengänge |
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Martin Sand November 2003 Argumente für eine Rahmenordnung der Universität des Saarlandes hinsichtlich der Einführung von Bachelor/Bakkalaureus-StudiengängenDerzeit sind einige Fachrichtungen der Universität des Saarlandes damit beschäftigt, ihr Studienangebot auf die Abschlüsse „Bachelor/Bakkalaureus“ umzustellen, bzw. durch diese Abschlüsse zu ergänzen. Die gestufte Struktur soll dazu dienen, den Studienverlauf stärker zu gliedern und damit eine Verbesserung der Lehre insgesamt zu erreichen. In kürzerer Zeit als bisher könnte es möglich sein, einen ersten berufsqualifzierenden Abschluss zu erwerben. In der Tat ist es so, dass die Einführung des Bachelors/Bakkalaureus dazu beitragen kann, unser Studienangebot attraktiver zu gestalten. Damit diese Entwicklung aber auch wirklich positive Effekte mit sich bringen kann, ist es erforderlich, die neuen Studienangebote so zu kreieren („designen“), dass sie
In dem vorliegenden Papier soll dargelegt werden, welche Rahmenbedingungen für die Einführung von Bachelor/Bakkalaureus-Strukturen universitätsweit bedacht werden müssen, damit diese auch eine positive Weiterentwicklung unseres Studienangebotes darstellen können. Im Wesentlichen geht es dabei darum vorzuschlagen, dass für die Universität insgesamt Rahmenregelungen getroffen werden, um eine gut funktionierende Struktur der Studiengänge mit dem neuen Abschluss zu ermöglichen. Auf eine grundsätzliche Erörterung der Vor- und Nachteile der „neuen“ gegenüber den bisherigen Abschlüssen wird an dieser Stelle bewusst verzichtet; es geht lediglich um das „Wie“ für die Fachrichtungen, Fächer und Fakultäten, die den Bachelor/Bakkalaureus einführen möchten. Eine ausreichend breite Streuung des studierten Fachgebietes bei gleichzeitiger hoher Qualität in den Ausbildungsgängen macht es meines Erachtens hinsichtlich der Bachelor/ Bakkalaureus-Studiengänge in den Philosophischen Fakultäten I, II und III erforderlich, bei der Realisierung dieses Vorhabens auf einen Bachelor/Bakkalaureus zu setzen, der neben einem wissenschaftlichen Hauptfach auch ein wissenschaftliches Nebenfach beinhaltet. Der Grund hierfür liegt darin, dass eine Umsetzung mit nur einem Fach eine sehr schmale Konstruktion darstellen würde. Hinsichtlich der beruflichen Chancen der Absolventinnen und Absolventen ist es unabdingbar, eine etwas breitere Konstruktion zu wählen, wenngleich darauf zu achten ist, dass die Variante mit zwei Fächern nicht zu Lasten der wissenschaftlichen Qualität gehen und die Studierenden nicht überfordern darf. Bei der Diskussion um die Qualifikation von Absolventinnen und Absolventen von derartigen Studiengängen im Bereich der Philosophischen Fakultäten darf die derzeitige Praxis der Magister-Studiengänge nicht unbeachtet bleiben: Eine Drei-Fächer-Struktur – die bisher ja auch bundesweit durchaus schon kontrovers diskutiert worden ist – ist bei den neuen Bachelor/Bakkalaureus-Studiengängen nicht vorstellbar, da sie entweder zu einer „Überfrachtung“ des Studiums hinsichtlich der Menge der zu erbringenden Studienleistungen in Relation zu der zur Verfügung stehenden Zeit und damit zu einer Überlastung der Studierenden führen oder aber eine Nivellierung der inhaltlichen Ansprüche und damit einen Qualitätsverlust zur Folge haben würde. Dennoch müssen wir uns der Frage stellen, wie zukünftige Bachelor/Bakkalaureus und Master/Magister -Studierende im Wettbewerb mit den derzeitigen Magister-Studierenden bestehen können. Daher ist die Struktur des Zwei-Fach-Bachelor/Bakkalaureus eine attraktive und zugleich in dem dargestellten Sinn „konkurrenzfähige“ Variante, die zudem durch die allgemeinen Vorteile der Bachelor/ Bakkalaureus Struktur eine gute Lösung darstellen kann. Hierzu zählt meines Erachtens auch die Möglichkeit, weitere Zusatzqualifikationen in Form eines Optionalbereichs in das Studium als anrechenbare Leistungen zu integrieren. Aufgrund der bereits dargestellten quantitativen Problematik kann dieser Bereich allerdings nur einen verhältnismäßig kleinen Anteil am Gesamt-Studium umfassen. Er wird dennoch zur Attraktivitätssteigerung der neuen Studiengänge beitragen. Alle drei Elemente (Hauptfach, Nebenfach, Optionalbereich) können ihren Beitrag zu einem interessanten Bachelor/Bakkalaureus-Studiengang an unserer Universität leisten. Um innerhalb der Universität eine möglichst breite Möglichkeit der Kombination aus dem Kreis der vorhandenen Fächer zu gewährleisten und damit an die positive interdisziplinäre Tradition gerade im Bereich der Fächer der Philosophischen Fakultäten anzuknüpfen, ist es jetzt erforderlich, dass sich die Universität eine Rahmenordnung für Bachelor/Bakkalaureus-Studiengänge gibt, die den Fachrichtungen eine Richtschnur sein sollte. Ein „Wildwuchs“ von Bachelor/Bakkalaureus-Studiengängen, der nicht aufeinander abgestimmt ist, würde hingegen einen wichtigen Vorteil der Saar-Uni – nämlich die Kombinationsmöglichkeit von Bestandteilen aus verschiedenen Fachrichtungen und Fakultäten – gefährden und damit einen erheblichen Nachteil gegenüber der bisherigen Situation darstellen. Die neue Rahmenordnung kann gewisse Öffnungen, bzw. Korridore enthalten, in denen den fachspezifischen Erfordernissen Rechnung getragen werden kann. Sie muss aber eine Verbindlichkeit hinsichtlich der Mindeststandards und der Maximalanforderungen schaffen, um die Studiengänge auch real studierbar zu machen. Auf eine genaue Verteilung der Stunden, bzw. ECTS-Punkte auf die einzelnen Teile wird in diesem Papier bewusst verzichtet, da dies meines Erachtens in den nächsten Wochen Gegenstand der universitären Diskussion sein muss und dabei auch spezifische Aspekte der Universität des Saarlandes zu beachten sind. Diese Diskussion muss nun aber forciert werden, ehe die Anstrengungen einzelner Fachrichtungen zur Realisierung von (unterschiedlich angelegten) Bachelor/Bakkalaureus-Studiengängen einerseits und ablehnende Tendenzen in anderen Fachrichtungen schließlich zu einem „Durcheinander“ und damit zu weniger statt zu mehr Transparenz führen. Eine mögliche Richtschnur für die Verteilung von Semesterwochenstunden können dabei die entsprechenden Regelungen der Universität Konstanz darstellen. Auch die Ansätze der Universität Greifswald sind beachtenswert, wenngleich dort das Konzept von zwei Hauptfächern statt eines Hauptfaches und eines Nebenfaches verfolgt wird. Die Rahmenordnung für die Universität des Saarlandes kann durchaus eine Differenzierung enthalten, die die Fächergruppen in die der Naturwissenschaftlich-Technischen Fakultäten I, II und III und die der Philosophischen Fakultäten I, II und III teilt. Denkbar ist aber auch eine einheitliche Regelung. Zumindest müssten alle Fächer, die kombinierbar sind, entsprechend definieren, welche Leistungen sie für das Neben- oder Hauptfach-Bachelor/Bakkalaureus-Studium erwarten. Das vorliegende Papier beschäftigt sich auch deswegen vorrangig mit den Regelungen für den Bereich der Philosophischen Fakultäten, da sich dort die Frage der Kompatibilität hinsichtlich von Kombinationsmöglichkeiten stärker stellt. Insofern ist es vorstellbar, dass sich die Naturwissenschaftlich-Technischen Fakultäten analog der Diplomstruktur gegebenenfalls eher für Ein-Fach-Bachelor/Bakkalaureus-Studiengänge entscheiden. Diese könnten dann aber z.B. auch einen Optionalbereich enthalten. Für den Bereich der Rechts- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät ist es erforderlich, Standards für das Nebenfach-Studium in Rechtswissenschaft und in Wirtschaftswissenschaft im Rahmen von Bachelor/ Bakkalaureus-Studiengängen der Philosophischen Fakultäten zu definieren. Alle Fakultäten sind aufgerufen zu prüfen, inwiefern sie auch Angebote für den Optionalbereich gestalten können. Bei der Schaffung von Bachelor/Bakkalaureus -Studiengängen muss zudem gewährleistet werden, dass die Staatsexamina-Studiengänge weiterhin auch in unveränderter Form angeboten werden müssen, wobei zu einem späteren Zeitpunkt dort Veränderungen hin zu einem Bachelor/Bakkalaureus-und Master/Magister-Studium vorstellbar sind. Ebenso muss perspektivisch auch die Frage der Master-Studiengänge bedacht werden, da deren Spektrum eine sinnvolle Ergänzung zu den angebotenen Bachelor/Bakkalaureus-Studiengängen darstellen muss. Insofern ist eine strategische Herangehensweise an diese Frage erforderlich, bei denen für die Studierenden attraktive Gesamtangebote – d.h. gut studierbare Bachelor-Studiengänge und „passende“ und ergänzende Master-Studiengänge – gewährleistet sein sollten. Der erfolgreiche Abschluss des Bachelor/Bakkalaureus-Studiums soll dann grundsätzlich ohne weiteres Aufnahmeverfahren zum Beginn eines Master/Magister-Studiums berechtigen. Weiterhin soll mit der Einführung von Bachelor/Bakkalaureus -Studiengängen nach Möglichkeit auch eine Modulbildung verbunden sein, die auch Wechselmöglichkeiten für die Studierenden eröffnet. Ebenso ist die flächendeckende Einführung des ECTS zu gewährleisten. Folgende Aspekte sollten für die Rahmenordnung für die Bachelor/Bakkalaureus-Studiengänge besonders beachtet werden:
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