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Ansätze für ein "Europa-Zentrum" an der Universität des Saarlandes

Senator Martin Sand
Simone Gajek
Bernd Weber

Universität des Saarlandes

Dezember 2003

Ansätze zur Einrichtung eines fakultätsübergreifenden „Europa- Zentrums“ der Universität des Saarlandes

Vorbemerkung

Die Ziel- und Leistungsvereinbahrung zwischen dem Ministerium für Bildung, Kultur und Wissenschaft und der Universität des Saarlandes für den Zeitraum 2004 bis 2006 sieht die Europaorientierung als einen der drei profilbildenden Schwerpunkte und damit als ausgewählten zukunftsträchtigen Bereich von Lehre und Forschung. Dies korrespondiert mit der historischen, politischen und geographischen Lage des Hochschulstandort Saarland und mit den Erwartungen vieler Studierender.

Diesen Erwartungen wird die derzeitige Ausgestaltung des Europa-Schwerpunktes auf dem Campus allerdings noch nicht ausreichend gerecht. Die europäische Orientierung existiert vielerorts noch zu sehr virtuell; es fehlt an einer zentralen, gegenständlichen, "plastischen“ Anlaufstelle, die nicht nur europäische Kompetenzen bündelt, sondern auch in einem umfassenderen Maße Informationen und Wissen über die Europäische Union und ihre politischen, ökonomischen, kulturellen und wissenschaftliche Aspekte vermittelt, eine konsequente, querschnittliche Durchsetzung der Europa-Orientierung in den Fakultäten und Fachrichtungen unterstützt und Studierenden „fühlbar“ durch Präsenz und Interaktion den Europagedanken näher bringt.

Ein „Europazentrum“ in der hier angedachten Art bedeutet also nicht nur Verkörperung des Europa-Schwerpunkts, sondern auch Profilschärfung der Universität und Ausdruck des Selbstverständnisses des Hochschulstandorts Saarland als Teil einer Achse Strasbourg-Saarbrücken-Luxembourg-Bruxelles.

Organisatorischer Rahmen

Das Zentrum soll auf dem Universitätscampus angesiedelt werden und wird mit einer Geschäftsstelle ausgestattet. Außerdem soll ein Beirat eingerichtet werden. Es soll überdies eine Mediothek und ein Dokumentationszentrum gestaltet werden. Das Zentrum soll fakultätsübergreifend angelegt sein, d.h. dass die Einrichtung Studierenden aus verschiedenen Fächern offen steht.

Ziele des Zentrums

Das Europa-Zentrum der Universität des Saarlandes soll den vom Universitätsrat beschlossenen und in der Zielvereinbarung zwischen der Landesregierung und der Universität festgelegten Europa-Schwerpunkt der Universität unterstreichen. Es dient insbesondere der fächerübergreifenden Kooperation und soll zudem den Studierenden einen frühzeitigen Kontakt mit  europaorientierten Angeboten sowie die Möglichkeit einer eigenständigen kreativen Tätigkeit bieten. Es soll insbesondere:

  • Studierenden bereits ab dem ersten Semester die Möglichkeit geben, in Kontakt mit Europäischen Institutionen zu treten und selbständig einzeln oder in Gruppen Projekte zu planen und umzusetzen.
  • aus den vorhandenen Lehrveranstaltungen ein interdisziplinäres Studienangebot "Europa - Studien" entwickeln, dessen Module die Studierenden im Rahmen ihres Bachelor-Studiums im Optional- bzw. Ergänzungsbereich wählen können.
  • die am Europa-Schwerpunkt beteiligten Professuren und Mitarbeiter/innen zusammenbringen und so ein Forum für gemeinsame Projekte in Forschung und Lehre bilden.
  • einen Informationspunkt für Europäische Institutionen anbieten und Kontakte zu diesen vermitteln.
  • besondere Lehrveranstaltungen (z.B. "Sommerschulen", Wochenendseminare, etc.) organisieren, in die externe Lehrende (auch Praktiker/innen, Politiker/innen, Journalist/inn/en) einbezogen werden. Diese Veranstaltungen sollen nach Möglichkeit in Kooperation mit weiteren internen und externen Partner/innen durchgeführt werden.
  • den Aufbau eines Graduiertenkollegs im Bereich des Europa-Schwerpunktes unterstützen.
  • die Einnahme von Drittmitteln durch die Förderung von gemeinsamen Forschungsprojekten im Bereich des Europa-Schwerpunktes unterstützen.

Das Zentrum soll in die Entwicklungs- und Strukturplanung der Universität für die Jahre 2004 bis 2006 aufgenommen werden. Im Hinblick auf die Realisierung des Zentrums soll im Strukturplan eine ordentliche C3-Professur für Politikwissenschaft (vgl. auch erforderliches Lehrangebot für Historisch Orientierte Kulturwissenschaften, Interkulturelle Kommunikation, Grenzüberschreitende Studien) geschaffen werden, die in der Philosophischen Fakultät I angesiedelt werden könnte.