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Eklat in der Phil. Fak. III: Kommission stellt sich gegen Zusagen des Dekans und der Uni-Leitung
15.05.2006

In der Philosophische Fakultät III droht ein Eklat um die Zukunft der Informationswissenschaft. Nach Informationen der Juso-Hochschulgruppe (Juso-HSG) lehnt es die von der Fakultät eingesetzte Kommission ab, ein Konzept zu beraten, das einen Studiengang Informationswissenschaft in Kooperation mit Fächern anderer Fakultäten vorsieht. Stattdessen habe die Mehrheit des Gremiums beschlossen, nur noch ein Modell zu erörtern, in dem Informationswissenschaft, Erziehungswissenschaft und Soziologie einen gemeinsamen Studiengang bilden sollen.

Dieses Votum des Gremiums widerspricht Zusagen von Dekan Prof. Dr. Rainer Krause und Universitätspräsidentin Prof. Dr. Margret Wintermantel, die beide im Vorfeld der Kommissionseinrichtung erklärt hatten, dass sowohl ein originärer Informationswissenschafts-Studiengang als auch ein integriertes Modell „ergebnisoffen“ diskutiert würden. Nicht zuletzt deswegen wurden seinerzeit Vertreter in die Kommission berufen, die explizit für ein informationswissenschaftliches Studienangebot eintreten, wie etwa der Saarbrücker Computerlinguist Prof. Dr. Hans Uszkoreit.
„Es ist schon ein starkes Stück, dass hier den Studierenden und der Öffentlichkeit erzählt wird, man wolle in der Kommission alle Möglichkeiten prüfen, und dann entscheidet eine Mehrheit dort zu Beginn der ersten Sitzung, dass man ein wirklich informationswissenschaftliches Studienangebot gar nicht mehr beraten will“, sagt Martin Sand, Senator der Uni und Sprecher der Juso-Hochschulgruppe. Nach Ansicht des Senators stellt sich die Kommissionsmehrheit damit gegen Dekan und Uni-Leitung und wirft die Beratungen um die Zukunft der Informationswissenschaft weit zurück: „Das Vorgehen ist dem Fortgang der Debatte nicht förderlich. Ziel der Kommission müsste es sein, nach einem Ausgleich zwischen den verschiedenen Positionen zu suchen und nicht einen Teil ihrer Mitglieder vor vollendete Tatsachen zu stellen“, sagt Sand.

„Wir sind nach wie vor an einer vernünftigen Lösung interessiert. Sinnvoll wäre die Einrichtung eines Kompetenzzentrums Informationswissenschaft, in dem mehrende Fakultäten zusammenarbeiten könnten. Ein Studiengang Informationswissenschaft passt ideal in das Profil der Uni, das kann kaum jemand bestreiten, und es ist schon sehr befremdlich, mit welchen Mitteln hier Vertreter der eigenen Fakultät seit Jahren versuchen, eine eigenständige und sinnvolle Entwicklung der Informationswissenschaft zu untergraben“, so der Senator.