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Wahlprogramm Fabio Angulo Contreras

Direktkandidat für die Philosophischen Fakultäten

Fabio Angulo ContrerasLiebe Leute,

es ist wieder soweit: Vom 23. – 27. Juni 2008 wird, wie jedes Jahr, das neue Studierendenparlament gewählt. Es ergibt sich somit erneut die Gelegenheit, selbst zu bestimmen, wie studentische Beteiligung im kommenden Jahr aussehen soll. Die Studierenden sind aufgerufen, durch ihre Stimmabgabe festzulegen, welche Akzente sie sich in der Arbeit der Studentenvertretung wünschen.

In diesem Jahr stehe ich zum dritten Mal als Direktkandidat für die Juso - Hochschulgruppe Saar und Unabhängige zur Wahl. Denjenigen, die mich noch nicht kennen, möchte ich mich kurz vorstellen: Mein Name ist Fabio Angulo Contreras. Ich bin in Berlin geboren und aufgewachsen, bin 29 Jahre alt und studiere Germanistik und Spanisch auf Lehramt. Meine Familie stammt aus Chile. Meine Eltern haben von 1970 bis zum 11.09.1973 für die Regierung von Salvador Allende gearbeitet, bis General Augusto Pinochet der demokratisch gewählten Regierung durch einen Militärputsch ein vorzeitiges Ende setzte. So kam es, dass meine Eltern ins politische Exil gehen mussten und ihre Heimat aufgeben mussten. Der Weg meiner Eltern führte sie nach Deutschland. Durch ihre Erziehung bin ich stark politisiert und identifiziere mich mit Werten wie Freiheit, Demokratie und Solidarität.

Warum stelle ich mich zur Wahl?

Erstaunlicherweise aus demselben Grund weshalb ich damals angefangen habe, mich aktiv in der Hochschulpolitik einzubringen: Die Studiengebühren. Vor zwei Jahren habe ich mich dafür eingesetzt die Studiengebühren abzuwenden. Jetzt sind sie da und nun setze ich mich für deren Abschaffung ein, da ich in einigen Gremien bin, die sich mit der Verwendung der Studiengebühren auseinandersetzen. Heute bin ich aus folgenden Gründen noch vehementer gegen die Studiengebühren: Erstens, weil sie jedes Semester schwer aufzutreiben sind und zweitens, weil die Richtlinien zur Verwendung von Studiengebühren ein so enges Korsett bilden, dass sie einem keinen Spielraum lassen, um wirkliche Strukturmaßnahmen durchführen zu können und somit tatsächlich Verbesserungen in der Lehre bewirken zu können.

Meine Vorstellung für die Verwendung von Studiengebühren ist, dass das Geld spürbar zu uns zurück fließen muss. In erster Linie in Form von Bildung, das heißt mehr Breite im Lehrangebot durch mehr Lehrpersonal. An zweiter Stelle meine ich, dass HIWI - Stellen für uns Studierende geschaffen werden müssen.

Abgesehen davon bin ich im Zusammenhang mit der Verwendung von Studiengebühren dafür, den Weg zum Bauen bzw. zum Renovieren zu öffnen.

Da die Studiengebühren sich selbst ad absurdum geführt haben, müssen die Studiengebühren wieder abgeschafft werden. Die Politik muss ihre Verantwortung wieder übernehmen. In diesem Zusammenhang müssen wir die Politik immer wieder daran erinnern, dass die Bildung eine elementare Aufgabe ihrer selbst ist.

Wenn es aber schon Studiengebühren gibt, müssen wir als Studierende dafür sorgen, dass wir eine echte, spürbare Gegenleistung für unser Geld erhalten. In verschiedenen Gremien habe ich gemeinsam mit anderen unter anderem folgende Projekte erreicht:

  • mehr Sprachkurse im Sprachenzentrum

  • Verlängerung der Ausleihzeiten der SULB (in Arbeit)

  • Kurse für Medienkompetenz (Word, Photoshop etc.)

  • Sprachkurse

  • Einführung einer wissenschaftlichen Mitarbeiterin in Spanisch für die Sprachausbildung

Auch in Zukunft wird es darum gehen, dass, solange es Studiengebühren gibt, diese sinnvoll eingesetzt werden.

Neben den Studiengebühren müssen die neuen Bachelor- und Masterstudiengänge kritisch beobachtet werden. Ein Problem ist bereits offenkundig: Die Korrekturfristen werden nicht eingehalten, was dazu führen kann, dass jemand zum Beispiel zu spät seine Noten ins Ausland schicken kann, wenn er seine Noten einreichen möchte, um ein Auslandssemester zu machen. Das Bachelor- und Masterstudiengangsystem ist auf Modulen aufgebaut. Dies impliziert Modulprüfungen, auch wenn ein Modul aus mehreren Teilen besteht, einer Vorlesung und einem Modul etwa. Es sollte eine Prüfung für das ganze Modul geben. Dies würde bedeuten, dass es weniger Leistungsdruck unter den Studenten gäbe und weniger Verwaltungsaufwand. Die Qualität der Lehre wurde niemals in Referaten abgefragt. Warum sollten diese nun benotet sein? Man kann Referate viel besser kritisieren und verbessern, wenn es keine Noten dafür gibt. Die Qualität der Lehre geht auch nicht verloren, wenn es nur eine Modulprüfung gibt. Die Qualität der Lehre steht und fällt in allererster Linie mit der Wissensvermittlung der Dozentinnen und Dozenten. Ich als Lehramtskandidat spreche mich dabei ausdrücklich für Formen des kooperativen Lernens mit anschließender Gruppendiskussion in den Seminaren aus. So habe ich am meisten gelernt. Wichtig dabei ist, dass man die Ergebnisse immer in fixierter Form erhält.

Im Zusammenhang mit den Bachelor- und Masterstudiengängen spreche ich mich ebenso für die Abschaffung der Zulassungsvoraussetzungen aus wie für breite Zulassungszahlen für die Masterstudiengänge. Das Saarland braucht attraktive Masterstudiengänge.

Des Weiteren setze ich mich im Moment dafür ein, dass das Prüfungsamt eine weitere Stelle erhält, da es überlastet ist, sowie für studentische Arbeitsräume. Es kann nicht sein, dass wir im Verteilergeschoss unsere Referate vorbereiten müssen.

Unter dem Motto „Variatio dilectat“ setze ich mich für einen grundständigen Europastudiengang mit dem Schwerpunkt Politik oder Medien ein. Außerdem brauchen wir einen weiteren Lehrstuhl Interkulturelle Kommunikation und einen Lehrstuhl für Fachdidaktik.

Die Studenten der Geisteswissenschaften müssen auf die Arbeitswelt vorbereitet werden. So unterstütze ich alle Maßnahmen, die in diese Richtung gehen und berufsqualifizierende Schlüsselkompetenzen vermitteln.

Ein weiterer essenzieller Punkt meines Wahlprogramms ist die Betreuung. Seitdem ich hier im Saarland bin, steht im Ranking im Magazin „Campus“ von der ZEIT, dass die Betreuung bei uns Mängel aufweist. Dies liegt daran, dass Sprechstunde nicht gleich Betreuung bedeutet. Betreuung bedeutet Zeit und dedicacion. Wichtig ist, dass die Dozenten auf die Studenten eingehen. Viele Studenten wünschen sich zudem, an die Forschung herangeführt zu werden und eine gute Lehre zu erfahren. Diese entrinnen jedoch vielen Professoren, weil sie ihren Studierenden zu wenig dedicacion bieten. An einer im Vergleich kleinen Universität müssen wir ein besseres Klima anstreben. Ein offener und positiver Umgang miteinander muss dabei gegeben sein. Dabei gilt das Motto, dass die Studenten sich an den Dozenten reiben wollen. Ein ganz normaler Vorgang, bei dem jede Art von Hierarchie fehl am Platz ist.

Dabei ist zu beachten, dass Kritik per se nicht schlecht ist.

Schlussendlich möchte ich noch auf eine Thematik hinweisen, die leider immer zu kurz kommt: Die Stipendien. Weder die Landesregierung noch die Universität scheint großen Wert darauf zu legen. In meinen Augen ist es jedoch ein sehr wichtiges Thema. Um der Solidarität unter uns Studenten ein Zeichen zu setzen, habe ich einen Antrag gestellt, dass 5% der Sozialbedürftigen Stipendien erhalten. Die besten 5% werden bereits befreit. Nun ist es an der Zeit, dass auch die Sozialbedürftigen befreit werden, da sie dadurch sehr wohl in der Lage sind, auf diese Weise zu den besten zu gehören.

Viele wissen nicht, dass es einen Sozialfonds an unsere Universität gibt. Diesen Sozialfonds gibt es jedoch nur für den Bachelor und nicht für Masterstudierende. Da ein Freund von mir betroffen ist, setze ich mich natürlich derzeit stark im Studentenwerk für einen solchen Sozialfonds im Master ein.

Ich möchte dieses Themen auf die Agenda bringen.

Aus all diesen Gründen möchte ich mich ein weiteres Jahr für Euch im Studierendenparlament einsetzen und bitte um Eure Unterstützung, da das Durchsetzen dieser Vorhaben Zeit braucht.

Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit!

Liebe Grüße,

Fabio Angulo Contreras