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Im Saarland zu wenig BAföG! Jusos fordern Verbesserungen bei Studienfinanzierung
18.12.2008

Die Juso-Hochschulgruppe schlägt Alarm: Im Saarland gibt es eine der niedrigs­ten Quoten von BAföG- Empfängerinnen und Empfängern. Laut einer Studie des Deutschen Studentenwerkes beka­men im Saar­land im Wintersemester 2007/08 (letzte verfügbare Zahlen) an allen Hochschu­len (Universi­tät, Hochschule für Technik und Wirtschaft, Hochschule für Musik Saar, Hochschule der Bildenden Künste ) 2150 Studierende Leistungen nach dem Berufsausbil­dungsförde­rungsgesetz (BAföG). Das entspricht einer Quote von 13,6 Prozent. Damit liegt das Land 7,4 Prozent unter dem Bundesschnitt von 21 Prozent. Negativ ist auch die Ent­wicklung ge­genüber dem Vorjahr. Während es bundesweit einen leichten Anstieg gab, ver­zeichnet die Quote hier einen Rückgang um 0,7 Prozent.

Die Jusos rufen alle Studierenden auf prüfen zu lassen, ob sie BAföG-berechtigt ist. „Zwar ist das BAföG leider nur zur Hälfte ein wirklicher Zuschuss und die anderen 50 Prozent ein Darlehen, doch ist diese Art der Studienfinanzierung immer noch günstiger als ein Studienkredit“, erklärt Martin Sand, Sprecher der Juso-Hochschulgruppe. Gerade in Zeiten des Bezahl-Studiums werde die Frage der Studienfinan­zierung immer wichtiger.

Die Jusos fordern darüber hinaus Verbesserungen bei der Ausbildungsförderung. „Der Kreis der Berechtigten muss erweitert werden. Wenn man bedenkt, dass Studierende allein durch Studiengebühren heute im Monat Mehrkosten von über 80 Euro haben, wird deutlich, dass der Zugang zum Studium immer mehr vom Geldbeutel der Eltern abhängt oder man sehr viel mehr Jobben muss, bis man den Lebensunterhalt verdient hat“, sagt Jan Mertens von den Jusos. Alle Studien der letzten Zeit machten deutlich, dass junge Menschen mit weniger Geld vor einem Studium zurückschreckten. „Das ist nicht akzeptabel“, so Mertens.

Die Unterschiede in der Quote der Empfängerinnen und Empfänger an den Hochschulstandorten sind überraschend markant. Sie variieren von 11,2 Prozent in Mann­heim bis zu 34,1 Prozent beim Spitzenreiter Halle. Das Saarland liegt in dieser Reihung auf dem 55. von 57. Plätzen. In der Region ebenfalls eher schlecht platziert ist Kaiserslautern mit 13,9 Prozent. Demgegenüber kommt der Bereich Vorderpfalz, wozu unter anderem die Uni Landau gehört, auf 22,3 Prozent, und Trier erreicht mit 26,4 Prozent gar einen Spitzen­platz. Ausgerechnet im von Studiengebühren geplagten Saarland bekom­men erstaunlich we­nige Nachwuchs-Akademiker die Förderung.

Die Studie des Deutschen Studentenwerkes findet man im Internet unter:
http://www.studentenwerke.de/pdf/ZSP_2007_08_Internet.pdf (Seiten 42 und 43)