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Unser Wahlprogramm

Wahlprogramm des Wahlvorschlags „Juso-Hochschulgruppe Saar und Unabhängige“ zur Wahl des Studierendenparlamentes der Universität des Saarlandes im Jahr 2009

Studiengebühren abschaffen!

Die Juso-Hochschulgruppe hat die Einführung jeglicher Form von Studiengebühren stets abgelehnt, da dadurch jungen Menschen die Chance zum Studium versperrt wird. Der Rückgang der Studierendenzahlen und der oft wenig sinnvolle und kaum effiziente Einsatz der Einnahmen aus Gebühren sind Beleg dafür, dass Studiengebühren ein Irrweg sind. Die Juso-Hochschulgruppe will mit der Kampagne „Studiengebühren abschaffen!“ ein schnelles Ende der leidigen Abgabe herbeiführen. Ähnlich wie in Hessen, wo die SPD mit der Unterstützung von Grüne und Linken die Rücknahme der von der CDU eingeführten Gebühren gesetzlich verankert hat, wollen wir auch im Saarland ein baldiges Aus für die Gebühren erreichen. Bei der Landtagswahl am 30. August 2009 kann mit einem Wahlsieg der SPD den Gebühren ein Ende bereitet werden. Wegfallende Einnahmen sollen aus dem Landeshaushalt ersetzt werden. Eine entsprechende Zusage hat die saarländische SPD bereits gegeben. Die von uns erreichte studentische Mitsprache bei der Gebührenverwendung soll künftig bei der Entscheidung über die Verwendung von staatlichen Zuschüssen fortgesetzt werden.

Die Uni fit für die Zukunft machen

Wir wollen eine Universität mit Zukunft, die in deutlich stärkerem Maß als bislang vom Land finanziert wird und damit erstklassige Leistungen in Lehre und Forschung bieten kann. Daher setzen wir uns für eine Haushaltssteigerung um 10 Prozent, also etwa 15 Millionen Euro ein. Das Angebot in Lehre und Forschung muss erheblich ausgeweitet werden. Denn eine leistungsfähige und mit einem attraktiven Fächerangebot ausgestattete Universität ist für die ökonomische, kulturelle und gesellschaftliche Entwicklung des Saarlandes von großer Bedeutung. Die Juso-Hochschulgruppe plädiert daher für eine “Investitionsoffensive” für unsere Uni. Die Landesmittel müssen erhöht werden, um die Bibliotheken besser auszustatten, um die Personal- und Sachmittel deutlich zu steigern und somit den Rahmen für das Lehren und Lernen nachhaltig zu verbessern. Zudem geht es uns um die verbindliche Zusage einer langfristig abgesicherten und ausreichenden Finanzierung für die Universität. Wir sind der Meinung, dass zusätzliche Mittel zur Verbesserung des Lehr- und Serviceangebotes nicht aus Studiengebühren stammen dürfen, sondern sich die Landesregierung ihrer politischen Verantwortung für die Hochschullandschaft stellen muss.

Eine positive Entwicklung der Uni hängt allerdings nicht nur vom Geld ab. Auch in ihrer strategischen Ausrichtung muss sich die Hochschule an einer langfristig tragenden Vorgabe orientieren. Die Schwerpunkte “Europa”, “Informatikwissenschaften” und “Bio/Nano” sind dabei Leitlinien, auch wenn sie für uns nicht die ausschließlichen Grundlagen der Hochschulentwicklung darstellen. Um die Vernetzung der Fachrichtungen über die Grenzen der Fakultäten zu erreichen, plädiert die Juso-Hochschulgruppe für die Einrichtung von Zentren, in denen interdisziplinär zusammengewirkt wird. Ein besonderes Anliegen ist uns eine nachhaltige Stärkung der geisteswissenschaftlichen Fächer. Wir setzen uns für eine Leitinvestition in diese Fakultäten ein, um moderne, zukunftsfähige Studiengänge zu schaffen, ein lernförderndes bauliches Umfeld zu gestalten und somit kluge Köpfe ins Saarland zu holen bzw. in unserem Bundesland zu halten. Alleinstellungsmerkmale wie Interkulturelle Kommunikation und Historisch Orientierte Kulturwissenschaften müssen erhalten und gestärkt werden. Wir wollen weitere Studiengänge mit besonderem Profil einrichten. Hierzu zählen etwa „Europäische Geschichte und Politik“, „Kultur, Medien und Kommunikation“, „Kulturmanagement“ und „Europäische Wirtschaftslehre“. Einen Teil der Gelder aus dem Hochschulpakt 2020 wollen wir dafür einsetzen, um Lehrstühle für die entsprechenden Bereiche zu schaffen.

Keine „Überfrachtung“ des Studiums – Bachelor „entschlacken“

Inzwischen sind weite Teile des Studienangebots an unserer Universität auf das Bachelor/Master-System umgestellt. Für viele Studierende sind die neuen Studiengänge jedoch mit immer mehr Zeitdruck und Prüfungsstress verbunden. Hier muss entgegen gesteuert werden. Wir fordern eine „Entschlackung“ der Studiengänge und weniger Leistungsdruck im Studium! Fachspezifische Inhalte müssen auf ein für die Berufsqualifikation notwendiges Maß zurückgeschnitten und stattdessen mehr Wert auf die Vermittlung von Schlüsselkompetenzen gelegt werden. Zugleich sollen die Angebote in den auslaufenden Studiengängen über einen ausreichend langen Zeitraum vorgehalten werden, damit auch die Studierenden unter vernünftigen Bedingungen studieren können.

Bisherige Gebühreneinnahmen sinnvoll verwenden

Seit der Einführung der Studiengebühren werden damit sehr unterschiedliche Dinge gefördert. Wir halten dieses Sammelsurium für nicht sinnvoll und haben von Anfang an Vorschläge für bessere Projekte gemacht und durchgesetzt, etwa die Ausweitung der Sprachkurse, Seminare zu Schlüssel- und Medienkompetenzen, die Stärkung des Europa-Profils (unter anderem „Gastprofessur Europa“), die Verlängerung der Ausleihe in der Uni-Bibliothek, bedarfsgerecht ausgestattete Arbeitsräume für Studierende oder den Info-Point in der Mensa. Wir werden uns weiterhin dafür einsetzen, dass das Geld nicht verschleudert, sondern für Verbesserungen in der Lehre eingesetzt wird. Zudem möchten wir es nachhaltiger als bisher verwenden, etwa durch die längerfristige Finanzierung von Personal, das dann für Lehrveranstaltungen und Prüfungen über mehrere Semester zur Verfügung steht. Gerade, weil wir die Abschaffung der Gebühren erreichen und sie durch Landesmittel ersetzt haben möchten, ist es wichtig, das Geld nicht für beliebige Projekte auszugeben. Dann kann man auch leichter den Ersatz der Mittel durch das Land bei einem Wegfall der Gebühren durchsetzen.

Wir setzen uns weiterhin dafür ein, den durch die Einführung von Studiengebühren entstehenden Schaden für den Hochschulstandort und die soziale Durchlässigkeit zu begrenzen: Wir wollen eine sozialverträgliche Ausgestaltung, hinreichende Härtefallregelungen und vor allem eine studierendenorientierte und von Studierenden mitbestimmte Verwendung der Gebühreneinnahmen erreichen. Hier haben wir im AStA und den Uni-Gremien bereits einige Erfolge erzielt: So ist das Mitbestimmungsmodell, das Studierenden bei der Entscheidung über die Mittelverwendung gleiches Stimmrecht wie der Universitätsleitung und den Dekanaten einräumt, bundesweit einzigartig. Studentische Mitbestimmung soll sich aber nicht nur in den Gremien vollziehen – wir schlagen jährlich stattfindende Workshops in den Fakultäten und auf Universitätsebene vor, in denen Studierende ihre Ideen und Anregungen zur Mittelverwendung der Universitätsleitung und den Dekanaten direkt übermitteln können.

Studieren besser finanzieren

Wir setzen uns für Verbesserungen beim BAföG sowie mehr Stipendien ein. Im Hinblick darauf, dass schon jetzt fast 70 Prozent der Studierenden zur Finanzierung des Lebensunterhalts jobben müssen und der Hochschulzugang für Studierende aus Elternhäusern mit niedrigeren Einkommen äußerst schwer ist, fordert die Juso-Hochschulgruppe eine weitergehende Reform des Bildungswesens für erforderlich, zu der eine verstärkte Förderung im Kindergarten ebenso wie im Schulwesen gehört. Auf diese Weise soll der Anteil der Hochschulzugangsberechtigten erhöht werden. Im Bereich der Universität plädieren wir für weitere Verbesserungen und Vereinfachungen beim BAföG sowie eine deutliche Ausweitung des Angebots an Stipendien. Wir haben uns daher erfolgreich dafür eingesetzt, dass im geplanten Service- und Beratungszentrum auf dem Campus eine Informationsstelle für Fragen zur Studienfinanzierung eingerichtet wird, bei der individuell alle Möglichkeiten zur finanziellen Förderung vorgestellt, Ansprechpartner vorgestellt und konkrete Tipps gegeben werden.

Weiterhin fordern wir ein konzertiertes Stipendienprogramm, das von der Landesregierung, der saarländischen Wirtschaft und den Hochschulen aufgelegt und durchgeführt wird, und das mit etwa 7,2 Millionen Euro ausgestattet werden soll. So wäre es möglich, in einem ersten Schritt etwa zehn Prozent der saarländischen Studierenden eine finanzielle Förderung in Höhe von 400 Euro monatlich zukommen zu lassen. 

Mehr Service für Studierende

Wir haben die Einrichtung eines Servicezentrums auf dem Campus durchgesetzt, dessen Bau zur Zeit erfolgt und in dem ab Anfang 2010 umfassend Beratungseinrichtungen an einem Ort gebündelt werden, um unnötige Wege und überflüssige Bürokratie zu vermeiden. Außerdem hat auf unsere Initiative hin bereits im Jahr 2006 ein „Info Point“ beim Studierendensekretariat eröffnet, der ein erster Anlaufpunkt für Fragen rund ums Studium, Verwaltungsangelegenheiten und Studienfinanzierung ist und eine „Keimzelle“ für das künftige Zentrum darstellen soll. Mit unserem Konzept wollen wir Bürokratie vermeiden, überflüssige Behördengänge vermeiden und das vorhandene Angebot transparent gestalten.

Das künftige Servicezentrum soll daher neben Studierendensekretariat und Studienzentrum auch das Kartenbüro, das Akademische Auslandsamt (International Office), die Jobvermittlung der Agentur für Arbeit sowie eine Beratungsstelle zu Fragen der Studienfinanzierung enthalten. Durch die räumliche Zusammenlegung sollen die Öffnungszeiten einheitlich festgelegt und deutlich verlängert werden. Wir wollen darüber hinaus eine deutliche Ausweitung der Öffnungszeiten der Prüfungsämter und verbindliche Vorgaben für alle Dozentinnen und Dozenten. Das Sprechstundenangebot muss als Indikator für die Studierendenorientierung auch Kriterium bei der Mittelvergabe sein. Wir setzen uns für die Einrichtung eines universitätsweiten elektronischen Studieninformationssystems ein, in dem man sich für Veranstaltungen und Prüfungen anmelden, Leistungsnachweise abfragen und archivieren sowie ergänzende virtuelle Informationen zu besuchten Lehrveranstaltungen nutzen kann. Mit der neuen Informationsplattform „CLIX Campus“ soll Studierenden aller Fakultäten flächendeckend elektronische Studieninformationssysteme mit Lehr- und Lerninhalten und individueller Datenverwaltung, wie etwa einem „elektronischen Studienbuch“, zur Verfügung stehen. Wir wollen uns dafür einsetzen, dass sich die Fort- und Weiterentwicklung des Systems an den Interessen von Studierenden orientiert und CLIX somit eine sinnvolle Ergänzung zur Präsenzlehre und eine echte Erleichterung für Verwaltungsangelegenheiten wird. 

Studentische Arbeitsräume schaffen!

An der Universität des Saarlandes gibt es bislang kaum Räume für Studenten, in denen sie lernen oder arbeiten können. Bislang sitzen die Studentinnen und Studenten entweder in Foyers oder in Cafés. In den Gaststätten müssen sie allerdings etwas konsumieren und ein entsprechender Geräuschpegel ist nicht abzustellen. In den Bibliotheken ist ein miteinander Kommunizieren nicht möglich, auch ist Essen und Trinken nicht gestattet. Besonders im Bereich der Philosophischen Fakultäten fällt es immer wieder auf, dass die Studentinnen und Studenten in Lerngruppen im Verteiler sitzen müssen. Die Juso-Hochschulgruppe fordert, dass die bereits beschlossenen Arbeitsräume für Studenten nun schnell geschaffen werden. Die Räume sollten klimatisiert sein, so dass ein angenehmes Lernen zu jeder Jahreszeit möglich ist, und es soll kleine Kaffeeküchen geben. Zudem müssen die Arbeitsplätze mit PCs, Scannern und Druckern ausgestattet sein, um eine spontane Recherche zu garantieren.

Auf dem CampusKultur schaffen

Wir stehen weiterhin für die Vernetzung von kulturellen Initiativen an unserer Uni und für mehr Kulturangebote auf dem Campus. Uns ist es bereits im Jahr 2006 gelungen, die CampusKultur-Wochen zu initiieren, in deren Rahmen ein buntes und abwechslungsreiches Kulturprogramm in einer bislang nicht da gewesenen Vielfalt angeboten wurde. Jüngste und sehr erfolgreiche Veranstaltungen von CampusKultur waren das von Daniel Breyer organisierte Festival „cultures au soleil“ und die „Elefantenrunde zur Bildungspolitik“ im Mai 2009. Wir wollen weiterhin mehr alternative und studentische Kulturveranstaltungen auf dem Campus realisieren statt kommerzieller Events!

Die Zusammenarbeit mit Kulturschaffenden aus Stadt und Region soll weiter ausgebaut werden. Darüber hinaus steht CampusKultur aber auch für eine stärkere Vernetzung der diversen kulturellen Gruppen und Initiativen an unserer Uni. Durch einen ständigen Dialog sollen die verschiedenen Angebote und ihre Öffentlichkeitsarbeit koordiniert und damit präsenter werden – auf dem Campus und darüber hinaus. In diesem Zusammenhang setzen wir uns auch für eine verstärkte Förderung und Anerkennung studentischen Engagements im kulturellen Bereich ein. Unsere nächsten bereits angegangenen Ziele sind die Schaffung eines Veranstaltungsraumes insbesondere für studentische Gruppen sowie die Erhöhung des AStA-Kulturhaushaltes!

Den Europa-Schwerpunkt setzen – „Europa-Zentrum“ einrichten

Wir setzen uns für die Einrichtung eines fakultätsübergreifenden „Europa-Zentrums“ auf dem Campus ein. Dieses soll unter anderem eine Informationsbörse und einen studentischen „think tank“ enthalten sowie ein europabezogenes Studienangebot für den Optionalbereich für Bachelor-Master-Studiengänge organisieren und Studierenden die Möglichkeit zu frühzeitigem eigenständigen und kreativen Arbeiten geben. Mit der Eröffnungsveranstaltung des studentischen „think tanks“ in im Januar 2008 ist uns dabei nach langem Einsatz ein wichtiger Meilenstein gelungen. In der im Herbst 2008 in „Atelier Europa“ umbenannten Einrichtung können interessierte und engagierte Studierende europabezogene Projekte organisieren und Impulse für die Schärfung des Europa-Profils unserer Uni geben. Damit stellt das Atelier die Keimzelle für die Schaffung des Europa-Zentrums dar. Ein großer Erfolg war etwa der 1. Europa-Tag der Universität im Mai 2009. Wir wollen das Atelier Europa ausweiten und mit Geldern aus dem Uni-Haushalt finanziell langfristig absichern.

Die vorhandenen Stipendiensysteme – sie greifen zurzeit nur für etwa zwei Prozent der Studierenden (!) - können jedoch den ohnehin hohen und künftig noch deutlich steigenden Bedarf an finanzieller Förderung nicht abdecken. Daher fordern wir ein konzertiertes Stipendienprogramm, das von der Landesregierung, der saarländischen Wirtschaft und den Hochschulen aufgelegt und durchgeführt wird, und das mit etwa 7,2 Millionen Euro ausgestattet werden soll. So wäre es möglich, in einem ersten Schritt etwa zehn Prozent der saarländischen Studierenden eine finanzielle Förderung in Höhe von 400 Euro monatlich zukommen zu lassen.

Mitentscheidungsrechte von Studierenden stärken

Wir wollen eine Stärkung der studentischen Beteiligung an den Entscheidungsprozessen unserer Universität. Die Juso-Hochschulgruppe setzt sich für eine umfassende Reform des saarländischen Universitätsgesetzes ein, um Entscheidungsabläufe zu straffen und die studentische Beteiligung auf allen Ebenen unserer Hochschule kraftvoll zu stärken. Wir fordern, den Studierenden als der zahlenmäßig bei weitem größten Gruppe unserer Uni ein starkes Mitspracherecht bei allen relevanten Entscheidungen einzuräumen. Hierzu zählen die lehrorientierte Verwendung der Haushaltsmittel ebenso wie Berufungsverfahren und Entscheidungen leistungsorientierte Mittelvergabe. Im einzelnen wollen wir erreichen, dass Studierende künftig zumindest beratend an allen Sitzungen von Präsidium und Dekanaten teilnehmen, die Rolle der Fachschaften bzw. der studentischen VertreterInnen in den Berufungskommissionen deutlich gestärkt und die Anzahl studentischer Mitglieder in Senat, seinen Ausschüssen, den Beiräten und den Fakultätsräten massiv erhöht wird. 

Studentisches Engagement unterstützen

Wir wollen das Engagement von Studierenden für Studierende in Fachschaften, Initiativen, Vereinigungen und Kulturgruppen stärken. Studentische Mitbestimmung ohne aktive Studierende vor Ort in den Fachschaftsräten ist nicht vorstellbar. Wir wollen, dass die gewählten Fachschaftsräte mehr Kompetenzen und echte Mitspracherechte bei Entscheidungen in den Fachrichtungen und Fakultäten erhalten. Und wir möchten, dass eine ehrenamtliche Tätigkeit in Fachschaftsräte im Rahmen der Erhebung von Studiengebühren bzw. bei der BAföG-Bezugsdauer angerechnet wird. Gleiches wollen wir für ehrenamtliches Engagement in studentischen Organisationen wie etwa Theater- und Kulturgruppen und anderen Hochschulgruppierungen erreichen. 

Lehre bewerten – Lehre verbessern

Wir fordern eine stetige Evaluation der Lehre und eine konsequente Umsetzung von Verbesserungsvorschlägen. Die Juso-Hochschulgruppe setzt sich für eine stetige Evaluation der Lehre an der Universität des Saarlandes ein. Die interne Evaluation - also die Befragung von Studierenden über ihre Einschätzung der Qualität von Lehrveranstaltungen und Fachrichtungen – ist dabei nach unserer Meinung die entscheidende Größe bei der Erstellung eines Gesamtbildes der Hochschule. Sie muss höher als die externe Evaluation durch auswärtige Gutachterinnen und Gutachter gewichtet werden.

Lehrgarantie jetzt!

Die Juso-Hochschulgruppe setzt sich für eine Lehrgarantie an der Saar-Uni ein. Dadurch sollen Lehrqualität und Studienbedingungen verbessert werden. Bei großer Nachfrage nach bestimmten Veranstaltungen oder Seminaren sollen kurzfristig Zusatzveranstaltungen angeboten werden. Dies ist nicht zuletzt für die auslaufenden Diplom- und Magisterstudiengänge notwendig, da vielerorts die Kapazitäten der Fächer durch die neuen Bachelor-Studiengänge gebunden wird. Auch vor dem Hintergrund des ab dem kommenden Wintersemester an die Uni drängenden doppelten Abitur-Jahrgangs im Saarland müssen flexible Lösungen gefunden werden.

Auch nicht besetzte Lehrstühle machten einigen Studierenden zu schaffen: So können zur Zeit etwa in BWL nicht alle Schwerpunkte im Hauptstudium gewählt werden. Die Juso-Hochschulgruppe setzt sich für eine Vereinbarung zwischen Uni-Leitung und Studierendenvertretung ein, in der bestimmte Standards garantiert werden. Um kurzfristig Zusatzveranstaltungen anbieten zu können, schlagen wir ein Budget der Uni für entsprechende Lehraufträge vor.

Mehr Praxis in der Lehrerbildung

Die Juso-Hochschulgruppe setzt sich für eine grundlegende Reform des Lehramt-Studiums ein. Fachwissenschaftliche Anteile müssen dabei zu Gunsten von Schulpraxis und Pädagogik reduziert werden. Das Zentrum für Lehrerbildung muss weiter gestärkt werden.

Das Sprachenzentrum stärken

Wir möchten zur Stärkung der internationalen Kompetenz von Studierenden mehr Mittel für das Sprachenzentrum und damit ein breiteres Angebot erreichen. Zu den wichtigsten Schlüsselqualifikationen für eine breit angelegte Hochschulausbildung gehört die Fremdsprachenkompetenz. Hier kommt dem Sprachenzentrum entscheidende Bedeutung zu. Im Zuge der Einführung von Bachelor-Master-Studiengängen können mit Sprachkursen credit points für den Optionalbereich erworben werden. Dies bedingt aber ausreichende Kapazitäten. Um diese sicherzustellen und die Anmeldung für das Sprachkursangebot zu erleichtern, fordert die Juso-Hochschulgruppe zusätzliche Mittel für das Sprachenzentrum.

Für eine internationale Uni

Wir wollen das Profil unserer Uni als „internationaler Hochschule“ mit einem vielseitigen Austausch zwischen Studierenden und der Förderung von Sprachkompetenzen stärken. Die Juso-Hochschulgruppe will das Profil der Universität als „Internationale Uni“ stärken. Wir setzen uns für die verstärkte Einrichtung von Studiengängen ein, die zusätzliche Sprachkompetenzen vermitteln. Weiterhin wollen wir mehr Studierenden die Möglichkeit geben, Auslandsaufenthalte wahrzunehmen und zugleich die Zahl der internationalen Studierenden an der Saar-Uni weiter erhöhen. Die Juso-Hochschulgruppe möchte daher, dass sich die Uni auch stärker an den Bedürfnissen ausländischer Studierender orientiert. Hierzu zählen vor allem Maßnahmen zum weiteren Abbau von Sprachbarrieren. Darüber hinaus setzen wir uns für ein transparenteres und entbürokratisiertes Beratungs- und Stipendiensystem für internationale Studierende ein.

Ein Campus zum Wohlfühlen

Wir wollen das Umfeld von Lehren und Lernen auf unserem Campus freundlicher und attraktiver gestalten. Besonderes Anliegen der Juso-Hochschulgruppe ist es auch, die studentischen Ideen und Interessen bei der Campusentwicklung stärker in den Mittelpunkt zu rücken. So haben wir auf Anregung von vielen Studierenden im AStA etwa erreicht, dass die Universität den Fußweg zwischen DFKI und Mensa saniert und befestigt hat. Wir setzen uns für für mehr Grün- und Erholungsflächen auf dem Campus ein, etwa vor dem ReWi-Gebäude oder unterhalb der Mensa, und für einen Erhalt der AC-Wiese als „grüner Lunge“ der Universität.

Das Semesterticket erhalten

Das Semesterticket hat sich als vergleichsweise äußerst preisgünstige Möglichkeit, den gesamten öffentlichen Nahverkehr im Saarland zu nutzen, bewährt. Die Juso-Hochschulgruppe begrüßt es, dass es seinerzeit dem von uns mitgetragenen AStA gelungen ist, einen längerfristigen Vertrag mit den Verkehrsbetrieben abzuschließen. Nun geht es darum, eine Verlängerung zu für die Studierenden tragbaren Konditionen zu erreichen. Wir wollen dazu eine kompetente engagierte Verhandlungsführung seitens des AStA durchsetzen. Zugleich möchten wir aber erreichen, dass die Verkehrsanbindung insbesondere von ländlichen Gebieten verbessert wird und der Geltungsbereich des Tickets auf die benachbarten Hochschulen im Südwestverbund wie Trier, Luxemburg und Kaiserslautern erweitert wird, da nur so eine sinnvolle Hochschulkooperation mit mobilen Studierenden erzielt werden kann.