| Juso-HSG wirft Wirtschaftsminister Hartmann eklatante Verletzung der Uni-Autonomie vor |
| 03.01.2011 | |
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Die Juso-Hochschulgruppe Saar (Juso-HSG) kritisiert Wirtschaftsminister Christoph Hartmann wegen Verletzung der Autonomie der Saar-Uni. "Es ist ein einzigartiger Vorgang in der Geschichte der saarländischen Hochschulautonomie, dass ein Minister direkt mit Fakultäten oder einzelnen Fächern über eine Änderung des kompletten Uni-Studiensystems verhandelt und den eigentlichen Ansprechpartner, den Präsidenten der Saar-Uni, sowie die zuständigen Uni-Gremien und die Studierendenvertretung übergeht", stellt Jan Mertens, Sprecher der Juso-HSG, fest. "Minister Hartmann macht sich lächerlich", so Estelle Klein von der Juso-HSG. "Einerseits verweist er darauf, dass die Uni-Gremien die Entscheidungshoheit haben. Andererseits verhandelt Hartmann - laut unseren Informationen Seitens der Saarbrücker BWL und Kreisen der Saar-FDP - bereits hinter verschlossenen Türen mit einzelnen Professoren über die Wiedereinführung des Diploms, der er sehr positiv gegenüber steht". "Wir sehen dringenden Verbesserungsbedarf bei den bestehenden Bachelor und Master-Studiengängen an der Saar-Uni, allerdings müssen Änderungen am Studienangebot zwingend mit der Uni-Leitung, den zuständigen Uni-Gremien und mit der Studierendenschaft der Saar-Uni koordiniert werden", schildert Fabio Angulo-Contreras, Mitglied im Fakultätsrat der Fakultät 4 an der Saar-Uni. "Die saarländische Landesregierung hat die Autonomie der Hochschulen eingeführt und will diese weiterhin erhalten, wie Christoph Hartmann immer wieder selbst betont. Hiermit sollten ausufernde Kosten bei den Hochschulen verhindert, aber auch eine Sicherung der Qualität in Lehre und Forschung bei Saar-Uni, HTW, HfM und HBK erreicht werden", betont Estelle Klein. "Jetzt jedoch scheint es so, als sei Minister Hartmann die Autonomie der Hochschulen oder der offizielle Dienstweg egal. In fundamentalen Fragen der Hochschulen wirkt es so, als ob der zuständige Wirtschaftsminister die Präsidien und Gremien der Hochschulen ignoriere und deren Arbeit somit behindere", so Klein. "Wenn Christoph Hartmann in wenigen Tagen das Amt des Vorsitzenden der Saar-FDP aufgibt, sollte er sich auch darüber Gedanken machen, ob er in dieser Art und Weise das Wirtschaftsministerium leiten kann", so Jan Mertens. "Ein Minister Hartmann, der Dienstwege nicht einhält und die Autonomie der Hochschulen nicht respektiert, ist offensichtlich nicht die geeignete Person für das Amt", resümiert Mertens. |
