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Juso-HSG fordert Einführung des BWL-Diploms wegen mangelnder Finanzierung der saarländ. Hochschulen
11.01.2011

Die Juso-Hochschulgruppe Saar (Juso-HSG) unterstützt die Initiative von Prof. Scholz und Prof. Waschbusch aus der Betriebswirtschaftslehre (BWL) an der Saar-Uni zur Einführung des BWL-Diploms und fordert eine bessere Finanzierung der Hochschulen im Saarland.

"Der 6-semestrige Bachelor-Abschluss in BWL an der Saar-Uni ist kaum berufsqualifizierend und daher wollen laut Prof. Scholz ca. 86% aller BWL-Studierenden ein Master-Studium beginnen", erläutert Sahra Grolier, BWL-Studentin und Mitglied der Juso-Hochschulgruppe. "An der Saar-Uni werden jedoch weniger als die Hälfte aller Bachelor-Absolventen der eigenen Universität zum Wintersemester 2011/12 einen Master-Studienplatz bekommen", befürchtet Grolier. "Die Einführung eines modularisierten und Bologna-konformen Diploms wäre ein großer Fortschritt für die BWL-Studierenden an der Uni Saarland. So könnten nicht nur wenige, sondern alle Studienanfänger im Fach BWL an der Saar-Uni den höchst möglichen Studienabschluss erreichen", erklärt Sahra Grolier.

"Die wenigen zur Verfügung stehenden Master-Plätze werden mehrheitlich Bachelor-Absolventen der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) und der Berufsakademie (BA) St. Ingbert zugeteilt, da an diesen Hochschulen wegen der Praxisanteile generell bessere Noten vergeben werden als an der Saar-Uni", schildert Jan Mertens, Sprecher der Juso-HSG.

"Wir zweifeln nicht an der Kompetenz der Bachelor-Absolventen der HTW oder der BA", erklärt Marc Strauch von der Juso-HSG, "aber das Ausbildungssytem an der Universität ist kaum mit dem an HTW oder BA zu vergleichen. An HTW und BA existieren große Praxisanteile ohne Präsenz an der eigentlichen Hochschule während des Bachelor-Studiums. Die Ausbildung an der Universität ist hingegen mehr forschungsorientiert und beinhaltet intensivere Einheiten zur Methodenlehre oder Statistik. Werden diese entscheidenden Forschungsqualifikationen nicht umfassend während des Studiums erworben - und dies ist an HTW und BA der Fall - ist ein effektives Arbeiten im Uni-Master kaum möglich. Aus diesen Gründen sind die Bachelor-Abschlüsse an Universität, HTW und BA inhaltlich nicht miteinander vergleichbar", so Strauch.

"Im Saarland fehlen ca. 150 bis 180 Studienplätze im Studienfach BWL, um jedem Bachelor-Absolventen von Saar-Uni, HTW und BA einen Platz im Master-Bereich zu ermöglichen. Dies zeugt von der desolaten Finanzierung der saarländischen Hochschulen durch die Landesregierung. Aber CDU, FDP und Grüne an der Saar müssen einsehen, dass sie mehr in Bildung und somit in die Zukunft des Saarlandes investieren müssem.", erklärt Volkan Varol, BWL-Student und Mitglied des Studierendenparlamentes der Saar-Uni. "Mit der Einführung des Diploms in der BWL lässt sich die mangelnde Finanzierung der Saar-Uni jedoch ein wenig kompensieren", so Varol.

"Wir fordern die Uni-Leitung, den Senat sowie den U-Rat der Saar-Uni auf, nicht die Augen vor den Schicksalen und den Ängsten Hunderter Studierender zu verschließen", sagt Sahra Grolier von der Juso-HSG. "Alle Beteiligten in der Landesregierung, dem Landtag und an der Universität sind aufgerufen, sich konstruktiv an der Lösung und somit an der Einführung des Diploms zu beteiligen. Das Ziel, ein Diplom einzuführen und dadurch den Studierenden die Sicherheit zu geben, das Studium an der Saar-Uni mit dem höchsten Studienabschluss garantieren zu können, kann nur gemeinsam erreicht werden", so Grolier.

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