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Erneute Nullquotendebatte nicht nachvollziehbar: Berechnungen offenbar falsch
05.02.2006

Als "nicht nachvollziehbar" und "sehr ärgerlich" bezeichnet die Juso-Hochschulgruppe (Juso-HSG) die erneute Initiative des Dekans der Philosophischen Fakultät III, eine Nullquote für den Studiengang Informationswissenschaft zu verhängen. "Mit der Nullquote soll das Aus für die Informationswissenschaft beschlossen werden. Das ist nicht akzeptabel", so Martin Sand, Sprecher der Jusos und Senator der Universität.

Nach Informationen der Juso-HSG wird mit nicht zutreffenden Zahlen operiert, um die Nullquote zu begründen. Wie die Jusos berichten, wird seitens der Fakultät bei der Berechnung der Kapazität der Informationswissenschaft die im Oktober frei werdende Professur anscheinend nicht mehr mitgerechnet. "Dies ist vollkommen unüblich, da nach der Lage der Dinge in jedem Fall eine Lehrstuhlvertretung für das Wintersemester benannt werden muss, die dann natürlich auch bei der Kapazitätsberechnung mit gezählt werden müsste. Wenn nun die Fakultät die Nullquote damit begründen will, dass diese Professur nicht mehr besetzt sei, dann wird deutlich, wo die Reise hingehen soll. Ein Wiederbesetzung des Lehrstuhls mit einem Informations- oder Medienwissenschaftler soll offenbar verhindert und stattdessen die Professur in eine andere Fachrichtung verschoben werden", erklärt der Senator.

Nach Ansicht von Martin Sand kann es so nicht mehr weitergehen. "Es ist schon absurd, dass seit zwei Jahren ein Konzept für einen innovativen Studiengang "Information und Medien" vorliegt, und die Fakultät dennoch das Fach schließen will", so der Juso-Sprecher. Sand, der in den letzten Wochen vielfältige Gespräche zu diesem Thema geführt hat, appelliert an den Fakultätsrat, die Abstimmung über die Nullquote zumindest auszusetzen, um eine offene Diskussion über die Konzepte zu ermöglichen. Eine besondere Dringlichkeit in Sachen Nullquote bestehe ohnehin nicht, da die Universität über die Zulassungsquoten zum Wintersemester turnusgemäß immer erst im Juni entscheide; ein entsprechender Vorschlag - wenn man denn an ihm festhalten wolle - könnte also auch noch im April oder Mai vom Fakultätsrat beschlossen werden. "Es wäre gut, wenn der Fakultätsrat die Konfrontation nicht weiter verschärfen würde", sagt der Studierendenvertreter.